Per Anhalter durch die Flitter-Galaxie

In die Sommersonne blinzeln, am See feiern mit 120 Menschen, die uns sehr viel bedeuten und die uns auf unserem Weg begleitet haben, eine ergreifende Zeremonie, etwas abgedrehte Floßfahrten, unterhaltsamer Zirkus & Spiele, Leckereien für Leib und Seele – ein riesiges „Ja“ zu uns beiden, zu uns allen und zum Leben. Danke an alle Beteiligten!

Hochzeits-Zirkus

Wie kann es nach so einem Höhepunkt weitergehen?
Wellness-Flitterwochen, Weltreise?
– Dann hätten wir nicht alle Vorbereitungen in das Hochzeitswochenende stecken sollen.
Montagmorgen zurück ins Büro?
– Ähm, nein.
Einfach mit einer Idee und einem Schmunzeln loslegen und sehen, was die Reise bringt?
– Das passt doch irgendwie zur Ehe – und zu uns.

Auf zum nächsten Abenteuer…

Nachdem wir das „Ja“ gefeiert hatten, hat sich das allgemeine Hochzeitschaos am Restsonntag und Montagmorgen dank vieler helfender Hände deutlich minimiert, so dass wir Montagmittag müde, aber verzaubert nach Salzburg reisen konnten. Am Sonntag danach wollten wir mit Berliner Freunden ein Hochzeitspicknick machen und mussten bis dahin irgendwie von der Salzach an die Spree zurückkommen. Dazwischen liegen Donau, Moldau und Elbe, Erinnerungen an alte Stationen unseres gemeinsamen Abenteuers Leben und viele neue Eindrücke und spannende Begegnungen. Sarahs Idee per Anhalter zu reisen hat mich gleich begeistert. Auf in eine Flitterwoche ohne Plan, aber mit offenen Augen und Armen!

Ab durch Flüsse, Erinnerungen und Schokolade…

Kultur, Seen und Berge – Salzburgs Kombination zieht uns immer noch an. Mit Freunden über die lustigen, turbulenten alten Zeiten und über aktuelle Pläne reden, Verantwortung für die Umwelt übernehmen, eben weil es nicht weh tut, mit Kindern von Freunden spielen, moderne Festspielinszenierung mit Industrierobotern, alte Lieblingsorte besuchen und neu erleben! Vieles davon haben wir in unseren Hochzeitsklamotten gemacht (ok, manchmal aus hygienischen Gründen etwas improvisiert). Dafür gab es von bezauberten Menschen mal Käsekrainer, mal Eis und sehr häufig ein glückseliges Lächeln.

Salzburg war für zwei Tage wieder grandios. Würde sich jetzt die Idee verwirklichen lassen mit der Kraft von Schleier, Zylinder, Mozartkugeln und Daumen quer durch drei Länder zu reisen? In Salzburg gab es erst einmal viel Lächeln, aber die einzigen die anhielten, hatten eine blaue Fahrzeugbeleuchtung.

Nette Salzburger wünschen uns Glück per Anhalter

Ein High-Five und Selfie später ging es weiter und nicht lang später saßen wir in einem Bulli und wurden zum Kunstflug nach Budweis eingeladen. Irgendwann kommen wir darauf zurück.

Daumen hoch! Frischverheiratet und glücklich!

Würde hier jemand kommen? „Was…? Wohin…? Wartet hier, ich muss das Auto wechseln!“ Fünf Minuten später saßen wir in einem Großraumtaxi, haben Geschichten über Festspielbesucher gehört und wurden gleich bis Mondsee gefahren im Tausch für Mozartkugeln und gutes Karma.

Eine tolle Zeit mit alten Freunden und Kollegen in Mondsee. Wenige Tage vorher sind wir morgens vor der Trauung in den Beetzsee gesprungen, da konnten wir den Mondsee nicht verschmähen. Daumen raus und weiter geht’s. „Habt Ihr ein wenig Zeit? Dann zeige ich Euch noch eine Kapelle mit der besten Aussicht auf den Attersee.“ – Wir sagen wieder „Ja!“. Unser Motto ist „Go with the flow“. Im nächsten Fahrzeug haben wir etwas über grenzüberschreitende Zahnarztbesuche erfahren und kamen flott nach Linz. Unser Fahrer bat uns später ihm unser Selfie mit ihm zu senden, da ihm seine Frau die Geschichte mit dem Hochzeitspaar per Anhalter nicht abnehmen wollte. Warum nicht?

To Linz please

Wie schon während unserer Floßtour war Ars Electronica wieder eine Inspirationsquelle. Dort haben wir uns mit einem Museumsmitarbeiter angefreundet, der uns kurzerhand im Cabrio mit nach Freistadt (wir kannten es nicht, aber es liegt Richtung Prag) zu einem kleinen, aber liebevoll kuratierten internationalen Heimatfilmfestival mitgenommen hat. Es war eine dieser aufregenden Überraschungen die einem passieren, wenn man morgens noch nicht weiß, wo man abends landet.

Am nächsten Tag hat uns in Prag bestes Sommerwetter empfangen. In Erinnerung an den Start unserer Tretboot-Tour haben wir uns einen Schwan geliehen und uns ebenfalls daran erinnert wie viel man in die Pedale treten muss, um im halben Schritttempo voranzukommen. Ob wir das noch einmal 18 Tage durchhalten würden?
Dieses Mal haben wir den Campingplatz gegen ein schönes Hotel an der Moldau getauscht. Wir können diese tschechische Küche modern interpretiert und umgeben von Einheimischen echt empfehlen. Danach haben wir bei einer 40 Jahre alte Zirkusshow mit den Anfängen von Multimedia-Inszenierungen unseren Hochzeitszirkus Revue passieren lassen.

Auf dem Rückweg durfte das Elbsandsteingebirge nicht fehlen. Trotz der vielen Touristen (zu denen wir auch gehörten) sind die Felsformationen beeindruckend. Ich freue mich aber schon auf das nächste Mal Boofen (=in halboffenen Sandsteinhöhlen übernachten) ohne Reisegruppen-Geräuschkulisse, sondern nur der knisternden Stille.

Nach einer Nacht unter freiem Himmel im Elbsandsteingebirge im Dezember 2018

Zugausfall, Zufallsbegegnung, Zuhause. Bepackt mit frischen Einkäufen, glücklich und müde haben wir es geschafft nach unserer ereignisreichen Flitterwoche pünktlich zurück in Berlin zu sein, um am nächsten Tag in der Hasenheide mit tollen Menschen die „Reste“ der Hochzeit zu vernaschen, einen packenden Auftritt vom ok!choir zu genießen und gemeinsam „Ja“ zu sagen. Lieben Dank!
Mal sehen, was aus unserer Idee wird, dann noch „richtige“ Flitterwochen zu machen.      

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